alsterhaus magazin: beisser - geschmack mit tradition

Block 28, damit fing alles an. Den erwarb Gründer Georg Christian Beisser 1836. Ein Block stand für den Holzblock, auf dem die Knochenhauer so nannte man die Lebensmittelfabrikanten damals, ihr Fleisch zubereiteten. Die Hansestadt ließ nur 50 Blöcke in Hamburg zu, die jeweils vom Vater auf den Sohn vererbt wurden. Nach dem Napoleonischen Krieg Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Lizenz erweitert – wohl auch ein Grund, dass Herr Beisser aus Kalf in Baden-Württemberg das Privileg seinem Onkel abkaufen durfte.

Zuerst wurden aus dem viergeschossigen Stammhaus in der Spitaler Straße noch Krankenhäuser und Nachbarn versorgt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bewirtschafteten die geschäftstüchtigen Beissers Ländereien im Hamburger Umland und das Stammhaus in der Spitaler Straße. Eine Fleischfabrik in der Langen Reihe nahe dem Hauptbahnhof wurde eröffnet. Die Kundschaft wurde zunehmend exklusiver. Der Ruf des sagenhaft guten Fleisches drang bis nach Berlin vor. Kaiser Wilhelm II. ließ sein Schiff aus dem Hause Beisser beliefern, die Kaiserliche Marine bat ebenfalls um saftige Steaks aus Hamburg. Das Geschäft florierte so gut, dass die Firma schon ab 1898 mit einem eigenen Auto den herrschaftlichen Kunden die Delikatessen nach Hause brachte. Zwei Kriege hinterließen auch bei Beisser Spuren. Ab 1952 wagte die Familie, nun in der vierten Generation, den Neuanfang. Das Prinzip der lokalen Tierhaltung war damals ein Gebot der Stunde, an das sich die Fleischerei bis heute hält. Auf kurzen Wegen können sie die Tieraufzucht und Qualität überprüfen. Mit der Jahrtausendwende wurde die Welt kleiner. Auch für die Familie. Spanien, Amerika – die sechste Generation hatte eigentlich vor, das Betriebswirtschaftsstudium international zu verwerten. Auch die Nahrungsmittel im Supermarkt kamen mittlerweile aus aller Welt, aus Andalusien, der Türkei oder Südafrika. Aber bei gutem Fleisch, da wurden die Leute anspruchsvoll. Das sollte vom Schlachter um die Ecke kommen, vom Fleischer, dem sie vertrauen. Und so kam es, dass die Geschwister Eltje Helene Felbier und Claas Rudolf Habben ihre Karrieren anderswo zurückstellten. Seit 2009 führen sie zu Hause das Familienunternehmen fort. Modern, jung, traditionsbewusst, so geht das Haus Beisser in die Zukunft. 

Im Alsterhaus hat Beisser seit diesem Jahr eine neue Heimat gefunden. Holsteiner Färse als Filet oder Rib-Eye, ein klassisches Beef Tartar, ein T-Bone-Steak vom Salzwiesenlamm, das sind einige der Gerichte, die Gäste sofort verzehren können. Fachkundiges Personal berät über das richtige Steak für Zuhause. Wie sagte der Hamburger Musiker und Schriftsteller Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse. Für Familie Beisser trifft das zum Glück zu.

Text: Julius Müller

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